Wie die Bad Aiblinger Schüler den Besuch an der Gaigo erlebt haben (2005)

(in: http://www.markus-grasmueck.de/gaigo/partnerschule.html)

 

Michael:

 

 

Sodala, hab mich jetz endlich durchgerungen mal bissl was zu schreiben. Ich denke es gibt keinen Tag unserer Japantour, den man als den schönsten oder tollsten bezeichnen könnte; ich schreib jetz einfach mal was mir grade so einfällt...

Die meisten Überraschungen gabs meiner Meinung nach am zweiten Tag, weil wir alle zum ersten Mal so richtig ins kalte Wasser des japanischen Alltags geschmissen wurden. Die erste Nacht konnte ich trotz der Zeitumstellung richtig gut schlafen, weil ich im Flugzeug keine Sekunde geschlafen hatte. (Lag vielleicht daran, dass ich diesen (...) Knopf zum Zurücksetzen der Lehne nicht gefunden hab...) Danach gings aber auch schon Schlag auf Schlag mit den Überraschungen: Als ich
auf meiner reisgefüllten Matratze von dem mörderischen Quietschen von Takas Wecker aufwache, stellt sich schon die erste Frage: Moment, wer bin ich? Was mach ich hier? Spätestens, als ich feststelle, dass hier wirklich alles andersherum funktioniert (also Wasserhahn nach unten
drücken statt nach oben usw) und mir Taka die Dusche, bzw. dieses Plastikzimmer mit Brause an der Wand zeigt, weiß ich, dass ich in Japan sein muss...Nach einem Frühstück, bei dem ich mehr Salat zu essen bekomme, als ich sonst an einem ganzen Tag esse, müssen wir uns auch schon beeilen und Taka's Mutter bringt uns in einem Toyota, der aussieht wie ein Raumschiff, zum Bahnhof (Ich hab es in 10 Tagen nicht gelernt mich NICHT anzuschnallen). Jetzt bin ich gespannt, weil es ja immer hieß, die Züge in Japan sollen so voll sein... motiviert und schwungvoll wie immer geh ich durch die Tür in den Zug und hau mir erst mal den Kopf an einem Werbeschild und so einem Ring zum Festhalten an...Taka lacht sich halbtot...die Leute schauen mich an, als wär ich von nem andern Stern...scheiss Gefühl... Jedenfalls ist der Zug nicht voller als die in Deutschland...An der dritten Station meint Taka, wir sollen umsteigen, grinst mich an und meint: "Now it's gonna be full" Das hab ich dann auch gemerkt...In der Jacke, die mir schon die ganze Zeit viel zu warm ist und die ich auch nur angezogen habe, weil alle gemeint haben, es ist ja soo kalt draussen, "stehe" ich zwischen zwei dicken, schwitzenden Japanern (es waren die einzigen dicken Japaner, die ich in dieser Zeit gesehen habe) und bin froh, dass ich überhaupt noch in den Zug gepasst hab. Alle fummeln an ihren Monsterhandys herum, lesen Manga-Comics oder hängen an ihrem iPod (Für Japaner muss ein iPod so etwas sein wie für uns eine Armbanduhr) (ich will auch einen iPod haben!!!). An der Decke sind riesige Ventilatoren, die dummerweise einfach nicht zu laufen anfangen... Nach 30 Minuten Sauna oder mehr steigen wir aus, schlürfen die 120 Stufen oder mehr zur Gaigo hinauf und ich verbring meinen ersten richtigen Tag in Japan.

Sollten sich manche von euch gewundert haben, warum das Wort Scheisse in diversen Kreisen unter den Japanern an der Schule Kult geworden ist, kann ich das mal eben erklären...Ich weiß nicht mehr, was des fürn Abend war, jedenfalls sind wir von der Schule Richtung Bahnhof durch diese Einkaufspassage gegangen (Da gabs so coole billige Schuhe! Bringt halt wenig, wenn man Grösse 46 hat :( in irgendeinem Zusammenhang erwähnt die Martina dann mal das Wort Scheisse. Der Atsushi muss irgendwie gemerkt haben, dass es sich um ein extrem wichtiges deutsches Wort handelt und fragt postwendend: "What means ... seisse?" Wie wir ihm dann erklärt haben, was das Wort bedeutet
und wann man es in Deutschland benutzt, muss sich des irgendwie Lauffeuerartig verbreitet haben. Am Abend hab ich meinen Ohren nicht getraut, wie meiner Gastmutter auf einmal ein Teller unterfällt und ein lautes deutliches "Seisse" zu hören ist. Am nächsten Tag in der Schule dreht sichmitten im Unterricht einer zu Flo und mir um und sagt "Our teachers are seisse!!!", worauf die ganze Klasse kopfnickend anfängt immer wieder "seisse" vor sich hin zu murmeln... Mann hatt ich ein schlechtes Gewissen...

Ein ganz toller Tag war natürlich auch der in der Grundschule. Ich hatte mich eigentlich auf was total Langweiliges eingestellt, mal eben hallo sagen, einen Vortrag über eine Schule zu hören, die ich mein ganzes Leben lang nicht mehr sehe und wieder zu gehen oder so was. Umso größer war meine Überraschung, wie mich dieser kleine 5 oder 6 jährige Japaner an der Hand packt und mich in sein Klassenzimmer führt... Erst mal gibts ein riesiges Gejole und Geklatsche und der Kleine zeigt mir meinen "Stuhl", auf den ich lieber verzichte und mich auf den Boden setzte, weil ich mir sonst sicher irgendwas gebrochen hätte. Dann gibts mit Hilfe der Lehrerin, die alles für mich ins Englische übersetzt, "a small interview", das dann aber schnell zu einem riesigen mit-Fragen-Gelöchere mutiert. "What's your favourite colour?" "How tall are you?" und "Do you have a wife?" war da noch des harmloseste. Nach dem Essen und dem gemeinsamen Zähneputzen ohne Zahnpasta (einer von den
Japanern wollte mir seine Zahnbürste anbieten) muss die Lehrerin das Essen dann für beendet erklärt haben. Jedenfalls rennt die ganze Klasse auf mich zu , fängt an an mir rum zu zupfen und auf mir rum zu hüpfen und ich durfte dann mit jedem einzelnen auf der Schulter durchs ganze Haus laufen...

Ich glaub ich könnt jetzt noch stundenlang weiter schreiben, aber morgen is Schulaufgabe und ausserdem hab ich Hunger...

 

Anna:

 

 

Mein erster Abend in Japan

 

Am Morgen kamen wir mit dem Flieger in Tokyo an, das war also der erste Abend und das erste Essen in meiner Gastfamilie.

Auf dem Tisch lagen natürlich Stäbchen, nur bei meinem Platz hatte die Mutter noch Löffel und Gabel dazu gelegt. Ich fand das total nett, wollte ihnen aber zeigen, dass ich selbst mitgedacht hatte und holte meine eigene Gabel aus dem Koffer. Da brachen alle in ein riesen Gelächter aus! (Das ist überlebensnotwendig – hab ich zumindest beim Einpacken gedacht.)

Ich brauchte dann aber weder die eine noch die andere.

Noch schnell ein „Idadakimasu“, bevor es an die Nudelsuppe ging. Das waren eher sehr dicke, glitschige Spaghetti – das konnte ja heiter werden, und das wurde es auch. Ich erwischte einfach keine Nudel, die dann zwischen meinen Stäbchen bleiben wollte. Und als ich endlich eine hatte, wusste ich nicht, wie ich sie in den Mund bekommen sollte. Egal, hochhalten und reinangeln. Meine Familie bog sich vor Lachen. Das war anscheinend nicht ganz so richtig, und fertig wäre ich so auch nicht geworden. Also eine neue Taktik: In jede Hand ein Stäbchen, Nudeln zum Knödel wickeln und essen. Na also, so voll hatte ich den Mund schon lange nicht mehr. Dem Geräuschpegel nach hab ich die Dinger aber ziemlich zweckentfremdet.

Jetzt ging’s erst richtig los: Sushi. Ich glaub ich hab den armen Fisch ein bisschen sehr komisch angeschaut, aber ich hab ihn probiert, und die meisten Sorten waren echt gut – und man darf das mit den Fingern essen! Als ich nach dem fünften Sushi abwinkte, schaute mich der Vater an und fragte mich, ob ich ok sei. Zu dem Zeitpunkt noch ja – aber den ganzen nächsten Tag war mir schlecht!

 

DANKE für die schöne Zeit in Japan!

Danke an meine tolle Gastfamilie: Yuka, Misato und Eltern!

Danke für die vielen lustigen und schönen Eindrücke und Erlebnisse!

(Verhungert bin ich übrigens auf keinen Fall!)

Es war super!

 

 

 

Katharina:

 

Japan- ein Land am anderen Ende der Welt?

 

Wo liegt Japan eigentlich genau?

Was war noch gleich die Hauptstadt?

Mit was zahlt man da eigentlich?

Tragen all Japaner täglich Kimonos und essen ausschließlich Sushi?

 

Mit diesen und ähnlichen Fragen machten wir uns nun auf die Reise, ein fernes Land namens Japan zu erkunden . Wir lernten dort viele liebe, immer höfliche Menschen kennen, von denen uns manche ein behagliches Zuhause boten. Dort bekamen wir auch jeden Tag Köstlichkeiten (O.K., es gab auch Ausnahmen J) vorgesetzt, die über Sushi weit hinaus gingen. Aber wenn etwas einmal nicht schmeckte, war es kein Problem, es liegen zu lassen .In unseren vielen Ausflügen (u.a. Kamakura, Asakusa. Tokyo. Gumiyoji, Yokohama,...) wurden wir mit einer anderen Kultur vertraut gemacht, die wirklich sehr beeindruckend war. Am Tage besuchten wir verschiedene Tempel, in der Nacht war man fasziniert von den mit riesigen Neonleuchtreklamen und Bildschirmen geschmückten Wolkenkratzern. Das ist Japan „at its best“!

Es ist ein tolles Gefühl, mitten unter vielen Menschen zu stehen in einer Stadt, die rund um die Uhr lebt, ohne Pause, ohne Ruhe, ...

Ganz anders als in den buddhistischen Tempeln und shintoistischen Schreinen – den religiösen Ruhepolen Japans...

Dieser Kontrast hat sicherlich bei jedem  bleibende Eindrücke hinterlassen.

Daneben gab es natürlich lustige und interessante Eigenheiten, die jeden Tag zum Erlebnis machten: Perikula ( Fotosticker), eigenartige Toiletten mitsamt deren Geräuschen , Bezüge um die Klobrillen, unglaublich viele Stromleitungen, volle U- und S-Bahnen, das „Problem“, nichts lesen zu können und völlig auf unsere japanischen Freunde und v.a. unsere Gastfamilien angewiesen zu sein, die oftmals verzweifelte Suche nach einem Mülleimer in den Städten, dafür fand man aber überall Getränkeautomaten, „heilige“ Zimmer, in die man nur in Socken oder speziellen Schuhen eintreten durfte ( z.B. der Computerraum, die Tatami-Zimmer), sehr laute Patchinkos,........

Auch die Flüge boten schon Erfahrungen fürs Leben, so zum Beispiel : die Notwendigkeit eines Reisepasses.... Gott sei Dank ging noch mal alles gut mit „project Lisa“!!!!!!!

Alles in allem kann man nun nicht mehr sagen, dass Japan irgendein Land in der Ferne ist. In der Ferne vielleicht schon, aber auf keinen Fall „irgendein“ Land. Es ist ein Land, das in jeder Hinsicht faszinierend ist und in dem viele neue Freunde wohnen. Und genau deswegen ist es immer einen Besuch wert. Außerdem sind es ja „nur“ ca. 12 H Flug... aber der Vorsatz besteht schon jetzt, wieder rüber zu fliegen, und wir alle hoffen, dass er bald zur Realität wird!

 

 

 

Lisa:

 

 

Ans andere Ende der Welt in zwei Tagen

(oder: Die abenteuerliche Reise der Lisa Frach)

 

Endlich im Flugzeug! Nach einem abenteuerreichen Aufenthalt im Kopenhagener Flughafen (ich fühlte mich ein bisschen wie Tom Hanks in „Terminal“), dem Besuch einer deutschen Botschaft und einem anschließenden leicht makabren Stadtbummel sitze ich also nun genau 24 Stunden später als der Rest der Gruppe auf einem dieser unbequemen Sitze und bestaune die neuen technischen Errungenschaften seit meinem letzten Flug (vor ca. 10 Jahren :-). Die junge Japanerin neben mir ist davon offensichtlich nicht so beeindruckt. Sie bestellt sich anstatt Orangen- oder Apfelsaft Campari und Wein, klappt ihren Sitz nach hinten, stellt den Monitor ein und setzt ihren Kopfhörer auf. Tja, das werden dann wohl 11 gesprächsarme Stunden!

Doch schon wird es Nacht. Ok, jetzt musst du schlafen, also Augen zu, einen dieser schrecklichen Musikchannel (was haben die Schweden denn für einen Musikgeschmack?) einstellen und -SCHLAFEN. Ja, wenn das nur so einfach wäre…

 

Nach inzwischen 2 Nächten (fast) ohne Schlaf komme ich also doch noch in Narita an. Letzte Ängste weichen, als ich endlich durch die letzte Kontrolle komme (trotz einem Apfel übrigens – tja, ich habs eben drauf ;-). Geschafft!

Und da stehen sie: Meine Austauschschülerin Saki und ihre Mutter Lica mit einem Schild mit meinem Namen in der Hand.

Die Begrüßung ist herzlich und in mir löst sich endlich das Gefühl in einer Art (Alp-) Traum gefangen zu sein, das mich seit Kopenhagen auf Schritt und Tritt begleitete.

Schnell stelle ich fest, dass meine Gastmutter, auch wenn sie fast kein Englisch spricht, sehr humorvoll und total nett ist. Die ersten Lacher ruft mein Koffer hervor, den sowohl Saki, als auch ihre Mutter (beide einen Kopf kleiner als ich) nur mit größter Mühe ziehen können. Außerdem stelle ich schon in dieser ersten Stunde fest, dass anscheinend auch Japaner sich mit ihrer schrecklich komplizierten Schrift nicht zurechtfinden. Erst nach mehreren Irrwegen erreichen wir den richtigen Bahnsteig und machen uns auf den langen Weg nach Yokohama.

 

Endlich da! Obwohl meine innere, wie meine richtige Uhr übrigens, immer noch mitten in der Nacht anzeigt, ist jetzt anscheinend Zeit für einen Burger - also rein ins japanische Essabenteuer! Dass auf  japanische McChicken Schrimpsoße draufgeklatscht wird, kann ich ja nicht wissen und da ich nicht gleich beim ersten Essen versagen will, esse ich trotz Protesten meines Magens fleißig das für meinen Geschmack etwas zu gehaltvolle Frühstück.

So, auf zur U-Bahn und diesen mich immer noch faszinierenden Stempelmaschinen, denen ich bis heute nicht so ganz glauben kann, dass der Zettel, den ich reinschiebe wirklich derselbe Zettel ist, den ich auch wieder herausbekomme! Das grenzt ja schon an Lichtgeschwindigkeit!

 

          Die letzte Etappe geht – wahrscheinlich wegen des Sitzplatzes (!) eigentlich recht schnell und auch die vielen anstrengenden Stufen bleiben mir an diesem Nachmittag erspart: ein Taxi mit automatischen Türen und einem Fahrer, der weiße Handschuhe trägt, fährt uns bis vor die Tore eines an Plattenbauten in Rumänien erinnernden Gebäudes: der Gaigo-Highschool.

Wie eine kleine, eigene Welt kommt mir Gaigo auf diesem Hügel vor. Unter uns liegt das große und unbekannte Japan, aber hier in Gaigo fühle ich mich irgendwie sofort wie in einer kleinen Gemeinde von Eingeweihten. Das muss man sich erst mal vorstellen:

Man kommt alleine in ein wild fremdes Land, reist stundenlang durch einen nicht enden wollenden Häuserteppich, wird von einem an Harry Potter- Filme erinnernden Taxi einen kleinen Berg hinaufgefahren, betritt ein äußerst unscheinbares Gebäude, macht eine Tür auf - und befindet sich plötzlich in einem Raum voller (leicht übermüdeter, aber) wohlbekannter Gesichter.

Mann, war ich froh euch alle zu sehen!

 

 

 

Caroline:

 

 

Wochenbericht Japan

 

Um 10:30 treffen wir uns am Münchner Flughafen

            13:05 Abflug nach Kopenhagen

            14:40 Ankunft in Kopenhagen

            Probleme: Lisa hat keinen Reisepass, sie muss über Nacht in Kopenhagen bleiben

            16:20 Abflug nach Tokio

Abendessen: Kötbullar mit Sauce, Nachtisch: „Gummipfirsich“ mit Vanillesauce. Am nächtlichen Himmel über Russland sehen wir wunderschöne und riesengroße Nordlichter, die wie hellgraue Wolken mitten in der Nacht sich am Himmel dahinziehen.

            Vor-Frühstück: Sandwich mit Curry-Senf-Sauce

            Frühstück: Normal Europäisch

 

27.10   (2:20) 9:20 Ankunft in Tokio-Narita nach reibungslosem Flugverlauf

            Erster Geldwechsel, Erstaunen über den hohen Wechselkurs (1€ ≈ 131¥)

            Busfahrt zur Gaigo

            Mittagessen: Flieger-Sandwiches

            Freudige Begrüßung der Japanischen Gastschwestern und –Brüder

Nachdem unsere Gastgeschwister noch Unterricht haben, warten wir im sog. Chilling-Room auf unsrer Gasteltern.

Um 16:00 werden die meisten dann endlich abgeholt und lernen ihre Gast-Eltern kennen, so lerne auch ich meinen Gastvater Haruo kennen.

Nach ca. 2-stündiger Fahrt kommen wir am Haus meiner Gastschwester Saori in Atsugi an, wo ihre Mutter Yuki schon auf uns wartet. Ich verteile meine Gastgeschenke, dann gibt es Abendessen: Eine brutzelnde Pfanne steht auf dem Tisch, darin Fleisch, Gemüse und Tofu. Jeder hat vor sich eine Schüssel mit rohem Ei stehen, das zerschlagen wird und als Sauce für

Fleisch, Gemüse und Tofu dient. Meine Hoffnung, dass das Ei noch gerinnt, erfüllt sich leider nicht, aber ich esse es trotzdem, um meine Gastmutter nicht zu enttäuschen. Außerdem gibt es noch Salat und ein Eis zum Nachtisch.

Um 21 Uhr falle ich erschöpft in mein Bett und schlafe die Nacht durch. Auch in den nächsten Tagen habe ich keinerlei Probleme mit einem Jetlag, worüber ich sehr froh bin.

 

28.10   Um 5:30 muss ich aufstehen, zum Frühstück gibt es ein riesiges Schinkentoast und Salat. Um 6:30 verlassen meine Gastschwester Saori und ich das Haus und fahren mit Bus und Zug zur Schule, was ca. eineinhalb Stunden dauert. Über den sehr geordneten Ablauf in den Japanischen U-Bahnen bin ich sehr erstaunt, da man sich diese ja gestopft voll und so eher chaotisch vorstellt: In den Bahnsteigen sind nämlich an der Kante gelbe Pfeile eingelassen, bei denen sich, wenn der Zug hält, Türen befinden werden. Dort stellt man sich in Zweierreihen auf. Hält der Zug, teilt sich die wartende Menge und lässt erst die ankommenden Leute alle aussteigen, bis man schön der Reihe nach in den Zug geht.

            An der Schule angekommen gilt es die 120 Stufen zur Gaigo zu erklimmen, die auf einer Anhöhe liegt. Um 8:50 findet eine Begrüßungsfeier für uns statt, bei der wir eine wohl weniger erfolgreiche Vorstellung der Bayernhymne abliefern.

            Anschließend habe ich 3 Stunden Unterricht, Communication Skills (Englisch) und 2 Stunden Deutsch mit Markus und den Drittklässlern, die uns ihre Schule zeigen. Zu Mittag habe ich eine Lunch-Box mit bekommen mit Reis, Gemüse und einer Art zusammengerollter Pfannkuchen.

            Nach dem Mittagessen gibt es extra für die deutschen Austauschschüler eine Kalligrafie-Stunde und Lisa kommt an.

            Anschließend gehen wir (Saori und ich) mit Anna und Yuca nach Yokohama-Chinatown. Inzwischen ist es dunkel geworden (in Japan setzt die Dämmerung bereits um ca. 16:00 ein) und alles ist von den knallbunten Neon-Leuchtreklame-Schildern erleuchtet. Wir besichtigen einen Schrein, in dem es sehr nach Weihrauch riecht und lernen erstmals eines der vielen Wunschrituale der Shintoisten kennen, bei dem man ein 5¥-Stück in einen Holzkasten wirft, zwei Mal in die Hände klatscht und sich dann etwas wünschen darf. Zum Abendessen gibt es eine Art heiße Dampfnudel mit Fleisch-Pilz-Füllung, Yuca kauft Prawn-Chips und wir trinken einen sehr leckeren Mango-Cocktail mit Tapioka-Kugeln. Anschließend machen wir uns auf den Heimweg

 

29.10.  Um 7 Uhr muss ich aufstehen, das heißt ich darf quasi ausschlafen! Zum Frühstück gibt es einen Salat. Anschließend fahren wir mit dem Auto nach Kamakura (wir fahren am Meer vorbei) zur Bahnstation Kamakura-Kita (= Nord) wo wir uns mit den anderen Deutschen und ihren Gastgeschwistern treffen. Dann brechen wir auf, um 3 Tempel-Anlagen zu besichtigen.

            1. Der Engaku-Ji (Ji = Tempel), eine recht große, buddhistische Tempel-Anlage

            2. Der Kencho-Ji, ein shintoistischer Tempel

            Auch hier werden wir wieder in verschiedene Glücks (-bringende) Rituale der Shintoisten eingeweiht, zum Beispiel muss man eine Metalldose schütteln (in der viele Holzstäbe sind, was einen Höllenlärm macht) und einen Holzstab herausziehen. Daneben steht ein Schrank mit vielen Schubladen, mit denselben Nummern, die auf den Holzstäben stehen, in denen dann Papierzettel mit Glücks-/ Hiobsbotschaften liegen.

            Als wir die Tempelanlage verlassen, können wir einen typisch shintoistischen Hochzeitszug beobachten. Die Braut ist ganz in weiß gekleidet, aber es ist kein Hochzeitskleid, wie wir es uns vorstellen, sondern es ist aus dickem, teilweise gestepptem Stoff, ähnlich wie ein Daunenmantel, und sie hat eine riesige Kapuze über dem Kopf. Der Bräutigam geht links neben ihr und hat eine Art Sakko an, jedoch mit einer sehr weiten weiß-schwarzen Nadelstreifenhose. Dahinter folgen Freunde oder Verwandte, meist in Yucatas oder Kimonos.

            Zu Mittagessen gehen wir in ein Japanisches Restaurant mit niedrigen Tischen zum Hinknien. Ich esse Tempura mit Reis und Miso-Suppe

            3. Der Riesenbuddha

            Als letztes sehen wir den bekannten Riesenbuddha von Kamakura, eine 13,35 m hohe Bronze-Statue aus dem 13. Jahrhundert.

            Auf dem Heimweg gehen Saori und ich noch in eine Einkaufspassage, wo wir ihre Eltern treffen. Zusammen gehen wir Sushi essen, für mich das erste Mal. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber essbar. Anschließend kaufen wir noch süße Teilchen, für das morgige Frühstück und fahren mit dem Taxi nach Hause. Bei den Japanischen Taxis geht die Hintertür von selbst auf und um die Kopfstütze des Fahrers ist eine große Plastikscheibe angebracht. Als wir aussteigen, steige ich als letzte aus und mache die Türe hinter mir zu, ich werde jedoch ziemlich angegrinst, da die Türen auch automatisch wieder schließen.

 

30.10.  Heute darf ich sogar fast bis halb acht schlafen. Zum Frühstück gibt es die süßen Teilchen, die wir gestern gekauft habe, z.B. Schokoladen-Eclairs, dazu rohen Broccoli. Lecker. Dann brechen wir mit dem Zug nach Asakusa auf (was die Japaner Asaksa aussprechen), einem Stadtviertel von Tokio mit einer extrem langen und vollen Shopping-Meile, und treffen unterwegs die Cousine von Yuki.

            Wir schlendern erst durch die Shopping-Meile, wo ich ständig was zu essen angeboten bekommen, meistens mit der bei Japanern sehr beliebten Art Bohnenmarmelade gefüllt. Hier kaufe ich auch einige Souvenirs wie Fächer oder gleich einen Zehnerpack Postkarten, die in Japan unüblich und daher sehr schwer zu kriegen sind.

            Zu Mittag esse ich einen Obstsalat.

            Anschließend machen wir eine Schifffahrt auf einem Fluss oder Meeresarm durch Tokio, zwischen gigantischen Wolkenkratzern und unter der berühmten Rainbow-Bridge hindurch, einer Hängebrücke, die gigantische 570m lang ist und zweistöckig einen Kai in Tokioter Hafen mit einer künstlichen Insel verbindet. Wieder an Land gehen wir in eine riesige Shopping-Mall. Hier gehen wir auch Abendessen, nämlich Chinesisch „am laufenden Band,“ besonders die kleinen, knusprigen Frühlingsrollen mit Krabbenfüllung schmecken mir. Heute habe ich zum ersten Mal die Schenksucht der Japaner in vollem Maße mitbekommen. Yukis Cousine ist in jeden zweiten Laden gegangen und hat mir irgendetwas gekauft, Anstecker, ein kleines Porzellan-Sternzeichen und last but not least einen Yucata. Ich fand es war wirklich viel zu viel und mir war es fast unangenehm.

            Um ca. 21 Uhr machen wir uns wieder auf den Heimweg.

 

31.10.  Heute muss ich wieder um 5:30 aufstehen, zum Frühstück gibt es Rosinensemmeln. Dann machen wir uns wieder auf den Weg zur Schule, die wir knapp 2 Stunden später erreichen. Ich habe wieder 2 Stunden Unterricht, Englisch und Bio, wobei Biologie auf Japanisch abgehalten wird und das einzige, was ich verstehe, DNA ist.

            Anschließend gibt es für die deutschen Austauschschüler eine Sightseeing-Tour durch Yokohama. Wir fahren mit der U-Bahn zur Station Sakuragi-Cho im neuen Yokohamaer Hafenviertel „Minato Mirai 21“ und laufen zum 233m hohen Landmarktower, dem höchsten Gebäude in Yokohama. Bis ins 36. Stockwerk kann man umsonst mit dem Aufzug fahren und wir bekommen ein wunderschönes Panorama über Yokohama.

            Wir dürften 1 Stunde selbstständig durch den Tower streifen und auch einkaufen, dann gibt es Mittagessen, wahlweise bei MacDondaldo (wie die Japaner sagen) Starbucks oder einem japanischen Restaurant, ich entscheide mich für einen Salat beim Japaner. Mit dem Bus fahren wir anschließend nach China-Town, das bei Tag ohne Leucht-Reklamen kaum wieder zu erkennen ist. Ich kaufe mir wieder einen Mango-Tapioka-Drink, nachdem er mir am Freitag so geschmeckt hat. Um ca. 16:00 machen wir uns wieder auf den Weg zurück zur Schule, wo unsere japanschen Gastschwestern und –Brüder eine Halloween-Party für uns vorbereitet haben. Inzwischen ist es dunkel geworden, und aus dem 5. Stock der Schule, die ja auf einer Anhöhe liegt, sieht man hinunter auf das erleuchtete Yokohama und in der Ferne den Landmark-Tower. Um ca. 18:00 machen wir uns auf den Weg nach Hause. Zu Abend gibt es Reis-Curry mit Süßkartoffeln.

 

01.11.  Wieder muss ich um 5:30 aufstehen, zum Frühstück gibt es diesmal Hefebrötchen mit rohem Broccoli. Dann machen wir uns wie jeden Tag auf den Weg zur Schule und erreichen diese um halb neun.

            Heute habe ich drei Stunden Unterricht: Englisch, Deutsch mit Reiko, einer Deutsch-Studentin/Lehrerin, die uns gestern begleitet hat, zuerst mit den Zweitklässlern, dann mit den Erstklässlern.

            Dann brechen wir, die deutschen Austauschschüler, auf, um den Hügel, auf dem die Gaigo liegt, noch ein Stückchen weiter zu erklimmen und besuchen eine dortige Grundschule. Wir gehen in einen Aufenthaltsraum, wo jeder Deutsche ein Namensschild bekommt. Darauf hin werden wir aufgeteilt, je drei Schüler aus der 1. – 6. Klasse nehmen einen von uns mit in ihre Klasse und zeigen uns zumindest einen Teil ihres Schulalltags. Ich werde von drei Erstklässler abgeholt, als sie mich in ihr Klassenzimmer führen, bricht großer Tumult los. Nachdem sie sich wieder einigermaßen beruhigt haben, gibt es Mittagessen: Eine Art Gulasch mit Mais-Salat, kätschiges Hefebrot und dazu Milch. Nach dem Aufräumen des Geschirrs kommt ein Mädchen zu mir und bittet mich, etwas in ihr Heft zu malen. Ich schreibe meinen Namen und male ihr eine Smiley. Als ich aufschaue, halten mir ca. 10 Schüler gleichzeitig ein Blatt und einen Stift unter die Nase. Nachdem ich ca. 30 Mal unterschrieben habe, gehen die Schüler auf ihre Plätze und singen mir zwei Japanische Kinderlieder. Danach muss ich mich leider wieder von meiner Klasse verabschieden und treffe mich mit den Anderen im Aufenthaltsraum. Nun bekommen wir eine Schulführung und sehen die verschiedenen Club-Activities (Nachmittagsbeschäftigungen für Schüler), wie zum Beispiel Nähen, Kochen, Basteln oder Sport.

            Um ca. 15:00 gehen wir zurück zur Gaigo und ich gehe anschließend mit Laura, Resi, Lena und ihren Gastschwestern nach Yokohama. In einem Einkaufszentrum treffen wir Saori wieder, die noch Tee-Zeremonie-Klub (= Club-Activity) hatte.

            Dann fahren Saori und ich nach Hause. Zum Abendessen gibt es gebratenen Meeraal mit Reis, der bis auf die Haut sehr lecker schmeckt, dazu einen Salat aus rohem Spinat mit Soja-Sauce und Tofu.

            Anschließend bringen mir Saori und Yuki Origami bei, was mir sehr viel Spaß macht.

 

02.11.  Wie jeden Tag stehe ich um 5:30 auf, zum Frühstück gibt es auf Wunsch 2 Mandarinen. Wir brechen zur Schule auf und erreichen diese um halb neun. Ich habe wieder 3 Stunden Unterricht: Sport: Ich habe die Wahl zwischen Basketball, Tennis und Tischtennis und entscheide mich für letzteres. Zu meiner Überraschung ist Tischtennis aber ziemlich langweilig, da wir uns die ganze Zeit nur Vorhand/Rückhandbälle zuwerfen.

            In der zweiten und dritten Stunde habe ich wieder Deutsch mit Reiko, zuerst mit den Erstklässlern, dann mit den Zweitklässlern. Nach dem Mittagessen (Mandarinen und einem Sandwich) gehen wir in die Gumiyoji - Einkaufspassage am Fuß des „Schulhügels.“ Wir besichtigen einen Tempel am Ende der Straße, danach dürfen wir zwei Stunden lang selbstständig durch die Straßen streunen.

            Um halb vier kehren wir an die Schule zurück, um uns für unsere Abschiedsparty vorzubereiten, die für diesen Abend angesetzt ist. Nachdem alle Dirndln angezogen und alle Zöpfe geflochten sind, gehen wir nach oben, wo die Party stattfindet. Wir singen zuerst die Bayern-Hymne, dann Amazing Grace, Tanabata Sama (ein japanisches Kinderlied), Mein kleiner grüner Kaktus und zum Schluss tanzen wir den „Zillertaler Hochzeitsmarsch.“

            Anschließend wollen unsere Japanischen Gastgeber noch mit uns in einer Karaoke - Bar gehen, was aber wegen diverser Probleme (eine verlorene, (wieder gefundene) Kamera und dass Japaner mit Schuluniformen(-> unter 21 Jahren) nicht mehr nach 18 Uhr in Kneipen und Bars dürfen) ins Wasser fällt.

            Wir trennen uns und jeder geht seiner Wege nach Hause. Unterwegs gehe ich noch mit Saori, Laura und Rina essen, zum Italiener

 

03 + 04.11.     Heute ist Feiertag (Culture Day) und ich darf sogar bis acht Uhr schlafen! Zum Frühstück gibt es Sushi (!) mit Salat und Flädle.

            Anschließend backe ich endlich meinen Schokoladenkuchen, den ich meiner Gastfamilie schon seit Dienstag versprochen habe. Während dem  muss ich schweren Herzens anfangen meinen Koffer zu packen, da wir morgen schon wieder nach Hause fliegen. Trotz anfänglicher großer Zweifel bekomme ich meinen Koffer problemlos zu, doch kann man aufgrund der Schenksucht der Japaner mit gutem Gewissen sagen, dass in der einen Hälfte nur Kleidung, in der anderen nur Geschenke meiner Gastfamilie sind!

            Nachdem mein Koffer gepackt und mein Kuchen gebacken ist, fahren wir nach Tokio, besichtigen das National Diet Building (Parlamentsgebäude, leider nur von außen), dann gehen wir Mittag essen: Sandwichs von Italiener.

            Nun steht der Besuch des Imperial Palace an, dem Kaiserlichen Palast, der inmitten von Tokio wie eine einsame Insel in Beton-Meer der Stadt liegt. Als letztes besichtigen wir den Tokio Tower, das mit 333 m höchste Gebäude in Japan. Als wir mit dem Aufzug hochfahren, ist es bereits dunkel und aus der Panorama-Platform in 150 m Höhe sieht man über das hell erleuchtete Tokio, in der Ferne sogar die Rainbow-Bridge. Ein atemberaubender Ausblick. Mit dem letzten und für mich auch schönsten Erlebnis endet mein zehntägiger Aufenthalt in Japan, denn am nächsten Tag kommen wir alle um 20:00 wieder gesund und munter, aber sehr müde in München an. Ich denke, dass es für uns alle eine wunderschöne und erlebnisreiche Woche mit völlig neuen Eindrücken war, und ich bin mir sicher, dass ich eines Tages wieder nach Japan fliegen werde.

 

 

Pat:

 

Meine Erinnerung

 

         Ich war bei der Yumiko, meiner Freundin. Ihre Familie war sehr nett zu mir und ihre Freunde auch, aber die Japaner können meinen Name nicht sagen. Ich heiße Pat, aber alle nennen mich „Pato“. Erst habe ich mich gefragt, warum? „Warum ist mein Name komisch?“ Danach fand ich auch, dass er lustig ist.

            In Japan habe ich viel gesehen, wie man lebt. Ich war überrascht, wenn ich in den Zug eingestiegen bin. Es waren viele Leute da und die meisten trugen einen Anzug. Fast alle Leute im Zug schlafen, egal ob sie stehen oder sitzen. Respekt!

            Am Sonntag war ich mit Yumiko und ihrer Mama in Tokyo. Wir waren in Shibuya und Harachuku. Die Jugendliche gehen immer dort hin. Es gibt viel Mädchen, die sich wie ihre Lieblingssänger oder im Manga verkleiden. Ich finde, es ist lustig, aber für die Japaner ist es peinlich.

                        In der Grundschule hat es mir Spaß gemacht, mit den Kindern zu sprechen. Ein Jung war sehr nett. Er wollte mit mir sprechen, aber er konnte kein Englisch. Dann ist er zu seiner Lehrerin gegangen und hat sie gefragt, wie man „Magst du japanisches Essen?“ auf Englisch sagt, dann ist er zu mir gekommen, aber er hat es schon wieder vergessen. Er musste noch mal zur Lehrerin gehen und hat noch mal gefragt. Ich finde, er war so nett und freundlich. Das werde ich nie vergessen.

                        Am Donnerstag war ich in Disneyland. Es hat mir viel Spaß gemacht. Ich habe meine thailändischen Freunde dort getroffen. Es war so lustig. Wir sind drei Thailänder und fünf Japaner, aber wir haben miteinander auf Thai, Japanisch, Deutsch und Englisch gesprochen. Es war so geil. Viele Kinder haben mich angesehen, dann haben sie ihre Eltern gefragt, warum ich kein Japanisch spreche. Es tut mir leid. Ich bin keine Japanerin.

                        Am letzten Tag war ich traurig. Ich wollte nicht nach Deutschland zurück fliegen. Ich wollte nicht meine Freundin verabschieden, aber ich konnte es nicht ändern. Yumiko hat versprochen, dass wir uns bald wieder sehen. Ich warte auf dich, meine Freundin.

 

                                                                                                         

 

Nadine:

 

Japan 2005- Schüleraustausch der  besonderen Art!

 

Der Japanaustausch 2005 war eine Fahrt der ganz besonderen Art. Nicht nur die Eroberung einer fremden Kultur, sondern ins Besondre das Verstehen und Erproben der unverfälschten Lebensweise, war ein einmaliges Erlebnis.

Wer hat in Deutschland denn schon wirklich einmal den mutigen Versuch gewagt, Sushi, gebratenen Reis oder frittiertes Gemüse zu frühstücken?

Doch gerade diese Erfahrungen lassen die Lebensweise einer Kultur erahnen, die trotz aller Distanz der unseren gar nicht einmal so fremd ist.

Wenn man beispielsweise in Yokohama beziehungsweise Tokio seinen Blick  durch die Straßen schweifen lässt, kann man nicht immer mit letzter Bestimmtheit sagen, ob man sich nicht doch in Amerika befindet.

Der erste Blick aus dem Hauptbahnhof von Tokio könnte ebenfalls auf den Time Square fallen. Die japanischen Schriftzeichen sind jedoch das wohl auffälligste Indiz dafür, dass wir uns doch in Japan befinden.

Die enorme Anziehungskraft und das Charisma geht jedenfalls genau von dieser fremden Großstadtkultur aus.

Wenn 36 Millionen Menschen sich den beengten Lebensraum in Tokio teilen müssen, ist unser Städtchen Bad Aibling plötzlich sehr, sehr klein.

Sich im Abendstrom seinen Weg durch die größte Metropole der Welt zu bahnen, fasziniert und befremdet zugleich. Den Kopf geradeaus gerichtet, erblickt man ein Meer von runden, schwarzhaarigen Hinterköpfen. Und dieses Phänomen nimmt man in allen Himmelsrichtungen wahr.

Dann ist man ein Mensch von vielen, eingetaucht in eine große Masse Unbekannter.

Plötzlich fühlt sich der Weg über den Münchner Marienplatz an, wie ein Treffen unter Freunden.

Tokio entflammt erst zur Abenddämmerung, entfaltet all die Farben und seine unbeschreibliche Schnelligkeit.

Der Puls der Stadt kann gleichermaßen mit jeder Leuchtreklametafel  sowie den gigantischen Bauwerken eingesogen werden.

Überall herrscht Leben. Es sind die vielen Unbekannten, die Massen der fremden Kultur auf den Straßen, in den überfüllten U-Bahnen oder in Geschäften.

Das Gefühl drängt sich auf, dass die äußerst Mode- und Körperbewusste Gesellschaft auf der Jagd nach etwas ist. Die Jagd nach dem Stil der neuesten Ausgabe der New Yorker Vogue  oder Elle.

 Der Wettlauf um Schönheit, Anerkennung und Leistung ist lange in der Vergangenheit entzündet worden-  steht aber immer noch in lodernden Flammen.

In vielen  öffentlichen Toiletten beispielsweise in Kaufhäusern, gibt es neben den Waschbecken einen eigenen „Beautyraum“.

Große, in hellen Farben beleuchtete Wandspiegel tauchen den ganzen Raum in ein kosmetisches Licht. Dort haben die Damen des Landes die besondere Möglichkeit nach dem Gang zur Toilette den Lidstrich nachzuziehen oder das Make up auszubessern.

Aber es ist auch kein ungewöhnlicher Anblick, in der U-Bahn der Dame gegenüber beim Bürsten ihrer Wimpern Gesellschaft zu leisten.

Die Louis Vuitton Handtäschchen haben in Japan rasende Absatzzahlen gefunden. Eine ganze Stadt begibt sich auf der Such nach Individualität in ein noch größeres Massengeschehen.

 

Wirklich interessant gestaltet sich jedoch der Umstand, in Japan als Deutsche mit einem amerikanischen Lehrer über Geschichte zu diskutieren.

Als der Lehrer in seiner Englischstunde von „Uncle Sam“ berichten wollte, der symbolisch während des 2. Weltkriegs in Amerika Soldaten angeworben hat- hält er plötzlich inne.

There are Germans joining our group- we will stop discussing this topic!“

Betretenes Schweigen seinerseits. Absolut kein Unbehagen meinerseits. Ich habe schlicht und einfach keine Lust ihm zu erklären, dass es wohl kein anderes Thema gibt, welches in Deutschland über so viele Jahre hinweg im Geschichtsunterricht behandelt wird.

Zur Aufmunterung möchte der Lehrer einige Filme von mir hören, die ich während den letzten Jahren im Kino gesehen habe.

Nichts ahnend beginne ich meine Ausführung mit dem Film Pearl Harbor!  Nachdem mir klar geworden ist, dass ich wohl das schmerzlichste Ereignis der Japanisch- Amerikanischen Geschichte damit angesprochen habe, bereue ich es schon fast. Die amerikanische Pazifikflotte in Hawaii wurde komplett zerstört- von Städten wie Hiroschima und Nagasaki blieb nach den Atombombenabwürfen nichts als Schutt und Asche. Ganz nebenbei erwähnt waren die Atombomben eigentlich für deutsche Städte geplant gewesen.

Jedenfalls wurde auch diese Situation im Unterricht nach kurzem Einwand gemeistert. Wir befinden uns weltweit in der dritten Generation nach dem 2. Weltkrieg –man hat gerade auch in Deutschland gelernt damit umzugehen.

 

Die gesamte Japanfahrt war jedenfalls eine Flut von Eindrücken und Erfahrungen.

Kulturell, kulinarisch, privat, intensiv und vor allen Dingen herzlich. Die Gastfamilien bekamen im wahrsten Sinne des Wortes eine Flut von Söhnen und Töchtern.

 

Arigato gozaimasu!

 

 

 

Florian:

 

 

An die Stäbchen, fertig, los!

 

 

Wem gebührt schon das Glück, einmal das ferne Japan mit all seinen Reizen, seiner Kultur, den freundlichen Menschen aber auch seinen negativen Seiten zu besuchen und genießen. Das sind bestimmt nicht viele. Schon allein diese Tatsache macht unsere Japanreise zu etwas Besonderem, von der jeder einzelne Tag neue Eindrücke und Einblicke geschaffen hat und für sich unvergesslich bleibt. Also kann man auch von keinem Tag sagen, dass er der schönste gewesen wäre, weil jeder für sich etwas Neues gebracht hat.

Wo soll man denn da zu erzählen anfangen. Als wir, nachdem die japanischen Grenzbeamten den Hippie-Zozen-Drogen-Flo nach Alkohol und Zigaretten gefragt haben, aus dem Flughafen kamen, uns die sympathisch grinsenden Gesichter der Gaigo-Lehrer im Ankunftsterminal zwischen den vielen unbekannten Zeichen begrüßten und erst einmal ein Gruppenfoto gemacht wurde, wussten wir, dass wir angekommen sind. Nachdem wir dann die ersten Meter mit dem Bus gefahren sind, kam ziemlich bald ein  “ pah, was sind denn des für hässliche Betonbunker“, als wir durch das Industriegebiet gefahren sind. „Also das hab ich mir mal ganz anders vorgestellt“, kam nicht weit später, als wir die ersten Siedlungsgebiete durchquert haben. Als wir dann endlich nach eineinhalb Stunden in der Schule von dem liebevollen Schild im Fenster „welcome Bad Aibling“ in das etwas triste Gebäude gebeten wurden, war der Moment des Wiedersehens mit unseren Japanischen Freunden nicht mehr weit und alle waren gespannt. Die Familien kommen alle nacheinander herein. Wann kommt mein/e JapanerIn? Wie ist seine Familie? Wo und wie wohnen sie? Wie ist das Essen bei denen? Was soll ich sagen wenn ich sie sehe? Das sind einige zentrale Fragen, die einem jeden durch den Kopf geschossen sind. Und da sind sie. Ich konnte gar nicht so schnell denken und da flutscht schon ein „griasde äähh hello“ heraus. Jetzt bin ich auf mich allein gestellt. Nach einem kurzem „I’m glad to see you again“ geht es dann schon mit wenig Trubel auf zum Auto und wir fahren nach Hause. Auf dieser Autofahrt versuchte ich so viel wie möglich wie ein Schwamm durch meine schweren (langsam kommt die Müdigkeit) Augen in mich aufzusaugen. Endlich angekommen gabs erst einmal einen traditionell japanischen Garten mit kunstvoll geschnittenen Bäumen und einem kleinen Schrein zu bewundern. Ich hatte kaum ausgepackt, da kommt Shingo schon in mein Zimmer und fragt, ob ich nicht mit ihm in die Bücherei komme. Also drückt er mir eines dieser japanischen „lowrider-bikes“ in die Hand (wie kann man mit so einem niedrigen Sattel nur gescheit fahren) und schmeißt mich hilflosen kleinen Fisch in das wilde Meer des japanischen Linksverkehrs (beim ersten mal dann doch interessant). Doch  jetzt hab ich schon die 12 Stunden Flug, was auch mein erstes mal war und damit sehr interessant, gemeistert, dann schaffe ich auch das. Dachte ich mir. Ich muss sagen: Zum Glück war nicht viel Verkehr, sonst wärs lustig geworden. Wie auch immer. Nach einem recht westlich angehauchten Abendessen mit „Würschtln“ und der Frage, wies bei mir mit Alkohol und Zigaretten stünde (was haben die eigentlich...) ging’s dann ziemlich bald ins Bett. Als ich dann am nächsten morgen aufwache und auf die Uhr schaue, bemerke ich, dass es erst 5 Uhr ist, denke mir „sch.... Jetlag....“ und drehe mich um.

In meinem langem Warten  auf Shingos Weckruf überlege ich mir: “Bin ich jetzt wirklich in Japan? Ist es wahr, dass ich da bin, wovon viele andere nur träumen können? Ist das alles nicht auch nur ein Traum?“(ups...die Formulierung is wohl etwas krass geraten...) Plötzlich ertönt ein dumpfes Gebumper  wie man es nur vom Nikolaus kennt und Shingos Stimme erklingt und ich realisierte...es ist kein Traum. Hoch motiviert rumpele ich von meiner Matratze aus dem Zimmer in das mit den Reismatten ausgelegte Wohnzimmer  mit den Papierschränken. Erst mal Frühstücken.....Was gibt’s denn? Meine fragenden Blicke auf die am Tisch stehende Suppe mit dem Salat daneben wurden jedoch bald mit der Antwort „Tofusuppe“ befriedigt. Gar nicht mal so einfach, bei der sensationellen morgendlichen Feinmotorik die filigranen Tofustückchen mit Stäbchen aus der Suppe zu fischen. Doch auf einmal bricht Hektik aus. Wir sind spät dran. Als ich aus der Haustüre gehe, läuft der Motor unseres futuristisch aussehenden Autos schon und ich springe ein. 10 Minuten japanisches Straßengewurl. Scharf links, sofort rechts, Anfahren, Herunterbremsen. Schließlich kamen wir wohlbehalten am Bahnhof an und reihten uns in den Menschenstrom ein, aus dem wir dann nach einer Stunde S- und U-Bahn wieder aussteigen und mit einem Schwarm Schülern in Richtung Schule die zahlreichen Stufen schwimmen. Der erste Programmpunkt war eine kleine Begrüßungszeremonie im Auditorium der Schule, zu der alle Schüler erschienen. Nach einigen kurzen Einführungsreden und einem Musikstück kamen endlich wir mit unserer bayrischen „Nationalhymne“

Naja, am schönsten Punkt soll man ja bekanntlich aufhören.......außerdem treibt mich der Hunger zur Futtersuche.

Werden sich die bayrischen Landeier in der Megagroßstadt behaupten können?? Was werden sie auf ihrem Weg erleben?? Was werden sie für Erfahrungen machen?? Ist ihnen der Strom des Japanischen Lebens wohl gesonnen??

Doch was ich vorweg nehmen kann ist, dass aus einem „I’m looking forward“ ein „I’m glad“ wurde und nach 10 wundervollen, erfahrungsreichen Tagen ein „I hope to see you again“, was allen Beteiligten die Tränen in die Augen treiben ließ

 

 

 

Lena:

 

JAPAN-ESSAY

 

 

Ein Essay über Japan aber kein trockener Wochenbericht... Ja gut, was schreib ma denn da schönes?

Ich denke der Höhepunkt der Reise für mich war der Sonntag in Tokio. Sonntag... Wieso haben eigentlich am Sonntag in Japan alle Geschäfte geöffnet? Naja...

Zuerst waren wir in Asakusa, wobei ich erstmal gar nicht wusste, dass das auch zu Tokio gehört. Das hätte ich mir eigentlich anders vorgestellt. Viele Menschen, Autos, Menschen, Wolkenkratzer, Menschen, Geschäfte, Menschen, alles modern und irgendwie eben, wie man das immer in Filmen sieht. Gut, Menschen gabs in Asakusa auch viele aber das Andere fehlte. Das erste was ich sah, als ich aus der U-Bahn Station trat, war ein gelbes Hochhaus mit etwas Komischem als Dach. Ich erfuhr, das sollte ein Bier darstellen. Aha! Fing ja schon mal gut an! Das nächste war mal wieder ein Tempel. Oder ein Schrein. Ich weiß leider nicht genau, was da der Unterschied ist, aber Schreine sind irgendwie rot... und Tempel nicht. Oder? Am Tag davor waren wir in Kamakura gewesen (das bedeutet ein Tempel nach dem Anderen und ein paar Schreine zwischendrin), deswegen war ich nicht mehr richtig beeindruckt. Aber es war trotzdem ein schöner Tempel/Schrein (gut, vielleicht war es auch gar nichts von beiden, aber egal!) so dass ich gleich ein paar Fotos machen musste, was übrigens auf dieser Reise sowas wie meine Lieblingsbeschäftigung war.

Gut, nachdem endlich alle beisammen waren und genug Fotos gemacht hatten, gings los. Wir liefen durch ein großes rotes Tor (Fotos!) und plötzlich befand man sich in einer langen Einkaufspassage. Aber nicht etwa mit „normalen“ Geschäften, nein, es war eine überdachte Straße mit vielen Leuten und links und rechts waren lauter kleine Kitsch-Geschäfte mit japanischen Souvenirs und Glücksbringern, Schirmen, Geschirr, Süßigkeiten und vielem mehr. Ich war sehr beeindruckt von der Atmosphäre. Sie war einfach... japanisch! Toll! Und jetzt musste ich natürlich sofort losstürmen und in die kleinen Läden schauen. Oh, gabs da tolle Sachen! Ich fing an, mir viele verschiedene Dinge zu kaufen, erst überlegte ich mir noch, wie viele ich denn als Mitbringsel brauchte, wer was bekommt usw., aber dann irgendwann war mir das zu blöd und ich kaufte drauf los. „Das werde ich mir dann später überlegen. Wird sich schon jemand finden!“ Leider konnte ich nicht in jeden Laden gehen, weil sonst hätte ich 1.meine Gruppe verloren und 2. Zu viel Geld verloren. Das Umrechnen machte mir auch Probleme, denn leider war nicht immer eine hilfreiche Theresa zur Seite, die klugerweise einen Taschenrechner bei sich trug. So rechnete ich eben nicht nach und gab einfach Geld aus. Am Ende dieser langen Passage war (Überraschung!) ein Tempel/Schrein! Das hieß mal wieder: Hände im Brunnen waschen und natürlich den Kopf einräuchern! Das ist wirklich toll! Gut und dann eben mal wieder Fotos!

So, langsam hatten wir Hunger! Wir suchten uns also ein lustiges japanisches Restaurant und gingen hinein. Erst mal alle Schuhe ausziehen und dann auf den Boden setzen vor einen Tisch mit einer eingebauten viereckigen Pfanne oder so was ähnlichem! Das war vielleicht unbequem! Ich kann wirklich nicht verstehen, wie die Japaner das aushalten, beim Essen immer zu knien oder im Schneidersitz dazusitzen! Der Ober (nennt man das so?) brachte uns Schüsseln mit Essen drin und das mussten wir dann auf diese „Pfanne“ auf unserem Tisch schütten und dort braten bzw. kochen! Sah etwas seltsam aus, aber es schmeckte eigentlich gar nicht mal so schlecht. Als wir dann unser üppiges Essen hinter uns hatten gings wieder rein ins Getümmel! Nein, noch nicht! Erst eine Tüte Haribo! Gut, aber jetzt! Wir gingen dann noch zu einem Unterwäscheladen, in mehrere Süßigkeiten- oder auch nicht Süßigkeitenläden und noch in ein paar andere Läden, an die ich mich jetzt aber nicht mehr genau erinnern kann. Als krönenden Abschluss fanden wir noch einen Straßenverkäufer, der Berge von Essstäbchen für wenig Geld verkaufte. Wir erstanden also noch ein paar von denen, ich 5, denn das waren ja nochmal tolle Mitbringsel (die hab ich immer noch nicht los, sollte ich jetzt dann mal schenken...).

Gut, das wars also mit Asakusa, jetzt gings los mit dem Tokio, wie man sichs vorstellt! Shibuya! Wolkenkratzer, Menschen, Autos, Menschen, Leinwände, Geschäfte, Menschen, Straßen und das alles beleuchtet und hell! Das war wirklich wie im Film! Wir in Bayern kennen solche Wolkenkratzer und so eine Stimmung eigentlich gar nicht, vielleicht war es gerade deshalb so überwältigend für uns! Wir liefen durch die Straßen und konnten wieder nicht genug Fotos machen! Wir waren in verschiedenen Geschäften und Einkaufszentren, aber für mich war das Tollste an dieser Stadt, dass man dort wirklich das pulsierende Leben gespürt hat. Die vielen Leute auf der Straße und die Autos, Busse, Taxis, es war wirklich unglaublich. Und noch etwas war unglaublich! Kann es sein, dass es in Japan zwar überall so sauber ist, dass man sofort so ein schlechtes Gewissen bekommt, wenn einem das Kaugummipapier auf die Straße fällt, dass man es wieder aufhebt, dass es dort aber keine Mülleimer gibt? Wir hatten wirklich ein Problem, unsere kleinen Espresso-Kaffeebecher loszuwerden. Es gab einfach weit und breit keinen Mülleimer! Ich steckte also meinen Becher in eine Tüte und trug ihn mit mir bis ich irgendwann doch einen Mülleimer erblickte, während bestimmte Leute diesen Becher  anderweitig loswurden.

Nachdem wir also alle auch nur annähernd billig aussehende Geschäfte angeschaut hatten (und es gab nicht viele davon), trat der Großteil der Gruppe den Heimweg an, während Laura und ich mit unseren Japanerinnen noch in der großen Stadt blieben. Und da ich zufälligerweise auf der gegenüber liegenden Straßenseite einen tollen Coffeeshop mit dem Namen „Starbucks“ erblickte, konnten wir das natürlich nicht außer Acht lassen und machten uns auf den Weg dorthin. Zuerst gingen wir natürlich zur falschen Tür rein und mussten den Eingang erstmal suchen. Den hatten wir dann auch irgendwann gefunden und sofort wurden wir von den ewig-höflichen, freundlichen, verbeugenden Mitarbeitern begrüßt, die uns nach ein paar Minuten auch unseren Kaffee brachten. Danach wurden wir nach oben in die 2. Etage geschickt, um dort unsern Kaffee zu trinken. Eine Fensterwand mit Ausblick auf eine Riesenkreuzung bot mir mal wieder eine gute Möglichkeit, meine Kamera zu benutzen, wobei das Foto leider nichts wurde, denn 1. war vor dieser Fensterwand ein seltsames Gitter angebracht und 2. spiegelte das Glas meinen Blitz wieder.

Nach diesem schönen Ausklang machten wir uns dann endlich auf den Heimweg, wobei wir natürlich noch bei einem Fast Food Restaurant Halt machen mussten, um unseren neu aufkommenden Hunger zu stillen.

Ja, dieser Tag war wirklich sehr ausgefüllt, vor allem da wir um 7 in der Früh schon das Haus verlassen haben und ungefähr um 21.00 wieder zurück waren. Japan war wirklich ein tolles Erlebnis, das ich sicher nie vergessen werde und ich hoffe, dass ich noch einmal die Möglichkeit haben werde, in dieses außergewöhnliche und interessante Land zu reisen. 

 

 

 

Teresa Sennes:

 

 

Es fällt mir wirklich sehr schwer, die wundervollen Erlebnisse, die ich in Japan erfahren durfte, in Worte zu fassen!                                                                                                  Ich weiß auch gar nicht, wo ich anfangen soll...

Als ich wieder zurück in Deutschland war, wollte ich so gerne  meine Familie und alle meine Freunde an meinen Erlebnissen und Gefühlen teilhaben lassen, aber es schien bzw. scheint mir wirklich unmöglich, meine einzigartigen Erfahrungen und Abenteuer mit all meinen Gefühlen, die damit verbunden sind, wiederzugeben!     

Schade, aber ich weiß, dass ich diese Erfahrungen ein ganzes Leben lang, in meinem Herzen behalten werde! Und ich weiß jetzt schon, dass ich unbedingt wieder nach Japan reisen will! Und dann vielleicht sogar für längere Zeit...                                                                         Ich war selbst erstaunt von mir, wie wohl ich mich in diesem völlig "fremden"Land gefühlt habe und habe für mich  festgestellt, dass ich mich noch nie sooo wohl in einem anderen Land gefühlt habe, denn Japan war wie eine zweite Heimat für mich!

Noch unvergesslicher für mich bleibt es aber ,mit welcher Gastfreundschaft ich in meiner Familie aufgenommen wurde! Ich habe mich bei meiner Familie so unglaublich wohl und geborgen gefühlt und das war auch der Grund, warum ich gar kein Heimweh hatte! (man muss wissen, dass das für mich bisher völlig unvorstellbar war!!!:))                                                                                                                              Das mag jetzt wahrscheinlich sehr komisch klingen , aber ich habe  in Japan eine zweite Familie gefunden und das bedeutet mir unheimlich viel!                                                                                                                                       Ich war wirklich sehr traurig, als ich sie wieder verlassen musste, aber ich weiß, dass ich sie wiedersehen werde und das macht mich sehr, sehr glücklich!

Auch meine Gastschwester, Juri, war wirklich bezaubernd!!                                                     Wir hatten so viel Spass zusammen und sie ist für mich in dieser Zeit wirklich eine sehr gute Freundin geworden!                                                                                                            Das schöne daran war, dass man irgendwann einfach vergisst, dass man aus zwei völlig unterschiedlichen Welten kommt, man bemerkt plötzlich Gemeinsamkeiten und irgendwann kommt man zu dem Schluss, dass man vielleicht doch nicht soo unterschiedlich ist, wie man zuerst vermutet hätte!

Die Reise nach Japan hat mir wirklich einen wundervollen Einblick in die Lebensweise der  Menschen dort gegeben und ich möchte wirklich keines meiner Erlebnisse missen..

 Japan hat mich wirklich verzaubert...

....die Menschen,....die Kultur,...das wahnsinnig leckere Essen:-)...

einfach ALLES!!!!

Ich bin so unglaublich dankbar, dass ich diese Reise machen durfte, denn die Erinnerungen halten bestimmt ein ganzes Leben lang!

 

Wolfgang:

 

Was mich persönlich in Japan sehr und positiv beeindruckt hat, war die Art, wie die Menschen dort miteinander und mit uns umgegangen sind. So habe ich es zum Beispiel kein einziges mal erlebt, dass jemand schon schlecht gelaunt war, als ich ihn getroffen habe, oder, dass sich überhaupt jemand anmerken lassen hat, wenn ihn etwas genervt oder gestört hat. Auch waren alle Leute immer hilfsbereit und sehr höflich. Auf den Märkten und in den Läden waren die Leute immer sehr nett und wenn ich einen Laden verließ, bedankten sich stets alle Mitarbeiter für den Einkauf. Auch im Unterricht herrschte (in der von mir besuchten Klasse zumindest) immer eine angenehme Atmosphäre. Es war (trotz teilweise sehr großer Klassen von bis zu 40 Schülern) nie zu laut und wer keine Lust auf Unterricht hatte, beschäftigte sich still. Und, was auch vorkam war, dass einmal ein Schüler schlief. Was ich auch sehr toll fand war, dass diese Disziplin ohne das bei uns nicht wegdenkbare "Melden", und ohne Stundengong zustande kam. Auch in der Öffentlichkeit ist mir nie irgendeine Streiterei, dass jemand angepöbelt wurde oder Ähnliches aufgefallen.

Gesamt finde ich, sollten wir versuchen, einen Teil von dem Kennengelernten zu übernehmen, was uns bestimmt auch ein Stück von dem Gefühl, das bestimmt die meisten von uns vermissen, geben würde.