eMail-Projekt im SS 2002 am SFC
- Texte der Gruppe in den Niederlanden



Texte zur Euthanasie aus den Niederlanden

Es gibt in den Niederlanden seit einigen Monaten ein Gesetz für die Euthanasie. Holland ist damit daß erste Land in der Welt, wo die Euthanasie erlaubt ist. Trotzdem gibt es auch jetzt noch immer Regeln, die nicht übertreten werden dürfen. Erst wird mal gezeigt, wie krank der Patient ist. Er hat nämlich nur Recht auf Euthanasie wenn er so krank ist, daß er nicht mehr genesen kann. Ist der Patient wirklich sehr krank, dann muß er selbst einen Brief unterzeichnen, womit er die Bejahung Für die Euthanasie gibt. Danach muß man einen Arzt suchen, der bereit ist die Euthanasie auszuführen. Auch hier gibt es Regeln. Der Arzt darf den Patient auch jetzt nicht unter alle Umstände toten. Es gibt einen ganzen Prozeß, daß erst durchlaufen werden muß, bevor der Wunsch des Patient ausgeführt wird. Ich weiß nicht genau was der Prozeß enthalte.
Ich weiß eigentlich gar nicht viel über die Euthanasie. Doch denke ich, daß es wichtig ist, daß es Regeln gibt. Ich denke auch, daß es gut ist, daß wir so ein Gesetz über Euthanasie haben. Es gibt Menschen, die sehr krank sind und sehr viele Schmerzen haben. Für diese Menschen ist es gut, daß es so etwas gibt. Trotzdem bleibt es sehr schlimm, daß man nicht mehr Leben will, weil man so krank ist. Es ist also etwas worüber man sehr gut nachdenken muß. Damit meine ich , der Patient selbst aber auch die Ärzte des Patient. Darum sind die Regeln auch so wichtig. Es geht über ein Leben und darum muß man sehr genau arbeiten und muß feststehen wenn man wohl und wenn man nicht Euthanasie pflegen darf.
Es gibt noch immer viele Länder, wo die Euthanasie ein Tabu ist. Viele Menschen in diesen Länder sind gegen Euthanasie. Ich bin davon überzeugt, daß es gute Argumente gegen Euthanasie gibt. Ich weiß selbst eigentlich auch nicht so gut was ich von der Euthanasie halten muß. Trotzdem denke ich, daß wir nicht vergessen dürfen, daß die Euthanasie dafür bestimmt ist Menschen zu helfen. Wenn man es so beobachtet, darf man vielleicht sagen, daß die Euthanasie einen guten Sache ist. Darum denke ich, daß man die Euthanasie nicht als Mord sehen darf. Bei einem Mord hat das Opfer nicht selbst dafür gewählt ermordet zu werden und bei der Euthanasie macht der Patient die Entscheidung für die Euthanasie selbst. Er hat also gut darüber nachdenken können.
Bei der Tabu Durchbrechen ist ein Gesetz wichtig, weil es dann Regeln gibt die aufgeschrieben sind. Die Chance auf einer Euthanasie, die eigentlich ungesetzlich ist nimmt dann ab. Bevor das Gesetz gab es schon Euthanasie und es gab auch viele Probleme, weil man nicht genau wußte, wenn die Euthanasie erlaubt war und wenn nicht. Es war ein gefühliches Thema, also ein Tabu. Man sprach nicht darüber, aber doch gab es Euthanasie. Wenn man doch etwas darüber hörte, handelte es sich oft um einen fall von Euthanasie wobei Menschen die Idee hatte, daß der Arzt nicht richtig gehandelt hatte und das wurde dann von dem Gericht kontrolliert. Viele Menschen hatten also die Idee, daß die Euthanasie nicht gut kontrolliert wurde und darum Für Ärzte möglich war Euthanasie zu pflegen, auch wenn es nicht erlaubt war. Viele Menschen waren auf dieser Grund gegen. Jetzt gibt es ein Gesetz und gute Regeln. Was natürlich nicht sagen will, daß alle Ärzte sich daran halten. Aber doch ist die Kontrolle auf der Erfüllung der Regeln besser. Kurz gesagt denke ich, daß es gut ist, daß es ein Gesetzt mit deutlichen Regeln gibt. Man muß sehr genau arbeiten und feststellen ob der Patient recht hat auf Euthanasie, es geht nämlich über ein Leben, daß man nicht unter alle Umstände beenden darf. Doch ist die Euthanasie dafür Menschen zu helfen. Weiter denke ich, daß das Gesetz bei der Durchbrechen des Tabus geholfen hat.

Elisa Candido


Die Partnergruppe in den Niederlanden


Menschen werden geboren und einmal werden sie auch sterben. Es geschieht bei jedem Mensch auf unterschiedliche Weise, im unterschiedlichen Alter und immer unerwartet. Im hohen Alter als gesunder Mensch einschläfen ist ein Idealbild, dass jeder sich wünscht, aber in den meisten Fällen nicht verwirklicht wird. Darum passiert es oft, dass alte Menschen, am meisten die Schwerkranken, selber bestimmen möchten, wann sie das Ende ihres Lebens erreichen. An solchen Momenten werden diese Menschen also mit Euthanasie konfrontiert. Kann und darf man aber selber bestimmen wann und wie man stirbt? Wie und wann wird das getan? An Euthanasie kleben viele Fragen und das Ganze ist sehr kompliziert. Ich glaube, dass man dann auch nie eine richtige Lösung zu dieser Frage finden kann. Die gibt es meiner Meinung nach einfach nicht.
Euthanasie ist nicht etwas, was auf einmal da ist. Es dauert lange und man kann sich nicht gleich dafür entscheiden. Außerdem muss man im sehr schlechten Zustand sein, wenn man sich überhaupt überlegt. Die Menschen haben alle einen schweren Weg überstanden und sind noch gar nicht am Ende. Wenn ihr Leben nicht erleichert werden kann, zweifeln sie nicht an der Möglichkeit, diesen schweren Weg beenden zu können. Doch ist es für jeder nicht leicht. Darf man selber bestimmen, wann man stirbt? Viele Gläubige finden, dass es so sein muss wie es ist. Gott bestimmt wer wann sterben wird. Der Mensch muss das akzeptieren, darf selber nichts machen und soll warten bis er dran ist zu sterben.
Andere finden, dass man, wenn man sich für so etwas entscheidet, nicht imstande ist klar darüber nachzudenken. Damit die Entscheidung für Euthanasie wohlerwogen ist, soll es immer noch jemanden geben, der, so behaupten diese Leuten, sich zusammen mit der Person im Frage dafür entscheidet. Andere Leuten halten diese Sache der Euthanasie für ganz logisch und menschlich. Wenn einer so schwerkrank ist und kein menschenwürdiges Leben mehr hat, dann muss man selber ein Ende ans Leben machen können.
Auf jedem Fall ist die Prozedur der Euthanasie nicht so einfach. Die Familie und der Arzt der Person im Frage muss nach dem Wünsch der Bezugperson erkündigt werden. Dann folgen viele Gespräche mit der Familie und dem Arzt. Oft gibt es dann noch einen anderen Arzt, der sich mit der ganze Sache bemüht und dazu kommt auch noch eine Art Kommission, die die Sache beurteilt und sich dafür entscheidet, ob der schwerkranke Patient vom menschlichen Eingriff sterben darf. Der Gesetz der Prozedur der Euthanasie in den Niederlanden hat sich mittlerweile wieder geändert. Das heißt aber nicht, dass diese Prozedur vereinfacht ist. Es wird sogar immer mehr kompliziert. Es wird immer eine schwierige, kulturabhängige Frage sein, die nie aufgelöst werden kann…

Linda Biro


Artikel in DW-World.de:
Pflicht zu leben - Recht zu sterben


Das Problem der Euthanasie habe ich immer für ein Thema gehalten, das so kompliziert ist, dass es sogar kompliziert wird eine Meinung darüber zu bilden. Im Prinzip bin ich für Euthanasie, aber nicht ohne weiteres; es gibt soviele Situationen, in den Euthanasie zur Sprache gebracht werden kann und meiner Meinung nach darf Sterbehilfe nicht in jeder dieser Situationen angewendet werden.
Zufälligerweise habe ich vor einigen Tagen auch mit meiner Mutter über dieses Thema geredet. Das Gespräch fing an, als sie sagte: "Ich hoffe nicht, dass ich später so leben muss wie […], denn so will ich nicht leben." Die Person, von der wir sprachen, leidet an vaskulärer Demenz. Dieser Art der Alzheimer-Krankheit ist das Resultat einer Infarzierung des Gehirns (z.B. multiple Infarkte in der Hirnrinde) als Folge einer vaskulären Krankheit und hat Desorientierung, Gedächtnisverlust, schlechte Motorik, usw. zur Folge. Das traurige ist, dass die Person, die wir kennen, sich der Situation regelmäßig gut bewusst ist und sehr betrübt darüber ist.
Samstags arbeite ich in einem Krankenhaus. Dort habe ich viel mit unheilbar kranken Menschen zu tun und auch in meiner eigenen Umgebung bin ich damit bekannt. Diese Menschen haben schreckliche Schmerzen und schließlich können sie sich selbst kaum oder gar nicht mehr versorgen; sie sind von anderen abhängig.
In diesen zwei Situationen bin ich eine Befürworterin der Euthanasie. Die Beispiele zeigen, dass diese Menschen kaum noch ein menschenwürdiges Dasein führen. Meiner Meinung nach haben sie dann das Recht zu sagen, dass sie jetzt nicht mehr weiterleben wollen. Denn das ist m.E. ein wichtiges Kriterium für Euthanasie: haben diese Menschen noch ein menschenwürdiges Dasein oder nicht?
Eine andere Situation. Was passiert, wenn eine depressive Person Euthanasie durchführen will? Einerseits bin ich der Meinung, dass Euthanasie in diesem Fall nicht die richtige Lösung ist, da mittels Therapie und (enormes) Einsatzes der Person selbst sehr viel möglich sein sollte. Andererseits können wir aber nicht bestimmen, wie diese Person sich fühlt. Wenn man nur den Tod als Ausweg sieht und Euthanasie wird nicht genehmigt, dann wird man trotzdem eine Weise finden, sich das Leben zu nehmen. Können wir Euthanasie dann nicht besser erlauben, damit diese Personen menschenwürdig sterben können, statt dass sie aus dem Fensten oder vor einen Zug springen?
Wenn man noch bei "vollem Bewusstsein" ist, kann man eine Euthanasie-Erklärung unterzeichnen, in der man erklärt in welchen Situationen er Euthanasie durchführen will. Wenn man zum Beispiel erklärt nicht mehr leben zu wollen, wenn er leidet an Demenz und sich Sachen, die in seinem Leben wichtig waren (z.B. Familie), nicht mehr bewusst ist, muss ein Arzt Euthanasie durchführen, wenn man tatsächlich Alzheimer bekommt.
Ist so eine Erklärung aber immer gültig? Ich errinere mich einen Dokumentarfilm über eine Frau, die jemals auch eine Euthanasie-Erklärung unterzeichnet hatte. Als sie aber Alzheimer bekam und ihre Familie sie an die Erklärung erinnerte, wollte sie nichts davon wissen; obwohl sie ihre Familie nicht mehr erkannte, war sie sehr glücklich.
Ich habe jetzt einige Situationen beschrieben, in den Euthanasie angewendet werden könnte. Ich habe gesagt, dass meiner Meinung nach die Frage, ob für die Person, die Euthanasie durchführen will, noch ein menschenwürdiges Dasein möglich ist, sehr wichtig ist. Dies könnte aber nicht der einiger Maßstab sein, denn was ist ein menschenwürdiges Dasein? Wie schon gesagt können Dementierender sehr glücklich sein. Und gibt es für depressive Menschen wirklich keinen Ausweg mehr?
Das ganze Thema ist also sehr kompliziert. Für mich zu kompliziert um nur zu sagen ob ich dafür oder dagegen bin. Wir haben leicht reden, wenn wir entscheiden, dass eine Person, die depressiv ist, keine Euthanasie durchführen darf. Meiner Meinung nach kann man als Außenstehende(r), wie ich, kaum darüber urteilen. Und ich will hoffen, dass ich auch nie darüber urteilen brauche!

Margit